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Wo die eigene Erfahrung endet, beginnt Discovery
Hinter jedem Softwarevorhaben stehen zwei Arten von Fragen: die einen nach dem Problem im Betrieb, die anderen nach der zum Problem passenden Lösung. Die Fragen nach dem Problem beantwortet der Unternehmer mit der Erfahrung seiner täglichen Arbeit, die Fragen nach der Lösung beantwortet der Entwickler mit seiner Projekterfahrung. Wo die Erfahrung beider endet, lohnt sich die Discovery, denn sie prüft im Kleinen, was keine der beiden Seiten aus eigener Erfahrung beantworten kann. In einer Discovery erproben Unternehmer und Entwickler ihre Annahmen mit möglichst einfachen und kostengünstigen Mitteln, bevor das Budget in die eigentliche Umsetzung fließt.
Risiken von Anthropic’s Claude 4, KI als digitaler Rohstoff, OpenAI’s Acqui-Hiring und Android-Tracking
Trotz des Hypes um generative KI-Chatbots bleibt deren tägliche Nutzung vergleichsweise gering, was die Frage aufwirft, ob es sich um ein Zeit- oder ein Produktproblem handelt. Passend dazu akqui-hired OpenAI das Startup des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive, mutmaßlich um die Produktentwicklung zu stärken. Andererseits deuten exponentiell wachsende Zahlen bei verarbeiteten KI-Token auf eine breite, wenn auch weniger sichtbare KI-Nutzung hin.
Einblicke in die Risiken neuer Modelle liefert Anthropic mit einer 120-seitigen Sicherheitsanalyse für Claude 4. Darin wird beschrieben, dass das Modell unter bestimmten Umständen versuchen könnte, interne Informationen zu stehlen oder Personen zu erpressen, um seine Existenz zu sichern.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor manipulativen Dark Patterns in Online-Spielen, die gezielt auch Kinder und Jugendliche adressieren. Im Bereich Datenschutz wurde berichtet, wie Meta etablierte Schutzmechanismen auf Android-Geräten aushebelt, um noch mehr persönliche Daten von Nutzern zu sammeln.
Datenschutzdebatte in Europa, US-Regierung richtet zentrale Datensammelstelle ein, Cookie-Banner mit „Alles ablehnen“-Button verpflichtend
In der EU wird eine Reform der DSGVO diskutiert, die den Datenschutz zugunsten geringerer Auflagen lockern soll, was von NGOs wie Digitalcourage kritisch gesehen wird. Parallel soll der Digital Services Act (DSA) vor schädlichen Praktiken großer Tech-Konzerne schützen, wird aber offenbar nur unzureichend durchgesetzt. Meta nutzt Nutzerdaten von Facebook und Instagram ohne Zustimmung für KI-Training; dies wird von Datenschutzbehörden unterschiedlich bewertet. In den USA plant die Regierung eine zentrale Datensammelstelle, die persönliche Daten mit KI auswertet und damit Risiken wie Erpressung oder Stalking verstärkt. Das Verwaltungsgericht Hannover verlangt bei Cookie-Bannern einen gut sichtbaren „Alles ablehnen“-Button, um manipulative Einwilligungen zu verhindern. In Österreich und Deutschland wird über die Einführung einer Digitalsteuer auf Werbeerlöse von Technologiekonzernen diskutiert, um deren steuerliche Gestaltungslücken zu schließen und die Medienvielfalt zu schützen. Große Sprachmodelle (LLMs) werden zunehmend als Suchmaschinen genutzt, was Verlage als Informationsdiebstahl kritisieren, da es den Traffic auf ihre Seiten reduziert. Am 29. Mai 2025 waren in Google Maps alle Autobahnen als gesperrt markiert, und AppleTV gilt als Streaming-Gerät, das vergleichsweise wenige Nutzerdaten erhebt.
Bahn in Datenschutzstreit, Gematik versäumt Sicherheitsanforderungen, Google sabotiert Open-Source-Cloud, Meta nutzt Nutzerdaten für KI ohne Erlaubnis
Die Deutsche Bahn steht wegen der App „DB Navigator“ in der Kritik: Die NGO Digitalcourage hat Klage eingereicht, weil die App ohne Einwilligung Daten sammelt und an Dritte weiterleitet – trotz der grundrechtsgebundenen Stellung des Unternehmens.
Auch im Gesundheitsbereich zeigt sich ein sorgloser Umgang mit sensiblen Daten: Die Gematik räumt ein, dass bei der Entwicklung der elektronischen Patientenakte keine Sicherheitsüberprüfungen für das Widerspruchsverfahren vorgesehen waren – ein systemisches Versäumnis mit gravierenden Folgen für den Datenschutz.
Gleichzeitig erschwert Google gezielt die Nutzung der Open-Source-Cloudlösung Nextcloud unter Android, um das eigene Geschäftsmodell zu schützen. Nextcloud spricht von Sabotage und empfiehlt den Umstieg auf alternative App-Stores wie F-Droid.
Meta plant, persönliche Daten europäischer Nutzer:innen ohne deren Zustimmung zum KI-Training zu verwenden. Die NGO noyb sieht darin einen klaren Rechtsverstoß. Kritiker vergleichen das Vorgehen mit massenhaftem digitalen Diebstahl – und fordern politische Konsequenzen.
Microsofts Versprechen, keine Provisionen für Apple, Bezahlsysteme auf iOS
Microsoft präsentiert einen Fünfpunkteplan zur Stärkung der digitalen Infrastruktur in Europa, stößt jedoch auf deutliche Kritik: Experten sehen darin keine rechtlich belastbaren Zusicherungen, sondern eine strategische Maßnahme zur Sicherung von Marktanteilen. Datenschutz sei nur durch kombinierte juristische und technische Kontrolle möglich. In den USA darf Apple keine Provision mehr auf externe Zahlungen verlangen – ein Urteil mit potenziell milliardenschweren Folgen. Trotz Anpassungen behindert Apple gezielt die Nutzung alternativer Bezahlwege. Spotify profitiert von der Neuregelung. Weitere Kurzmeldungen betreffen regulatorische Maßnahmen gegen X und Google, verschärfte Überwachungspflichten in der Schweiz und den Umgang mit dem Windows-10-Supportende.
Smartphone-Ausfall als psychisches Risiko, Apple reagiert mit Hürden auf gesetzliche Vorgaben, KI als Grundanforderung bei Shopify, LLMs verstehen Nutzerkontexte zunehmend besser
Großflächige Stromausfälle in Südeuropa zeigen, wie stark das Wohlbefinden vom Smartphone abhängt – der Verlust digitaler Erreichbarkeit kann psychisch belasten. Apple steht wegen restriktiver App-Store-Regeln und umstrittener Provisionen zunehmend unter Druck: In der EU drohen Strafen wegen „malicious compliance“, in den USA wurde Apple die Beteiligung an Web-Käufen untersagt. Tobias Lütke erklärt KI-Nutzung bei Shopify zum Standard. LLMs könnten bald für Software das bewirken, was soziale Medien für Content getan haben – radikale Demokratisierung. Erste Entwicklungen deuten darauf hin, dass Sprachmodelle künftig auch Persönlichkeitsprofile aus Chatverläufen besser erfassen könnten.
EU gegen Apple, Google gegen Verkauf seiner Chromjuwelen, Mullvad gegen Datensammelei
Apple wurde im Rahmen des Digital Markets Act wegen mangelnder Öffnung für Drittanbieter sanktioniert. Die Reaktionen reichen von rechtlichem Widerstand bis zu geopolitischen Spannungen. Google verteidigt Chrome als unersetzlich, Mullvad startet eine datenschutzfreundliche Suchmaschine, und Brave blockiert automatisch Cookie-Banner. Entwicklerwünsche an Apps und die Bedeutung sauberer Systemarchitektur im KI-Zeitalter stehen ebenfalls im Fokus.