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Wo die eigene Erfahrung endet, beginnt Discovery
Hinter jedem Softwarevorhaben stehen zwei Arten von Fragen: die einen nach dem Problem im Betrieb, die anderen nach der zum Problem passenden Lösung. Die Fragen nach dem Problem beantwortet der Unternehmer mit der Erfahrung seiner täglichen Arbeit, die Fragen nach der Lösung beantwortet der Entwickler mit seiner Projekterfahrung. Wo die Erfahrung beider endet, lohnt sich die Discovery, denn sie prüft im Kleinen, was keine der beiden Seiten aus eigener Erfahrung beantworten kann. In einer Discovery erproben Unternehmer und Entwickler ihre Annahmen mit möglichst einfachen und kostengünstigen Mitteln, bevor das Budget in die eigentliche Umsetzung fließt.
Kurznachrichten: World Models, Werbung auf Samsung-Kühlschränken und Umdenken bei LLM-Herstellern.
Aktuelle Entwicklungen deuten auf „World Models“ als mögliche Nachfolger von „Large Language Models“ hin. Im App-Markt hat Google Gemini in den USA ChatGPT als meistgeladene App abgelöst und wird nun direkt in den Chrome-Browser integriert. Währenddessen plant OpenAI für 2029 Ausgaben von 115 Mrd. Dollar, und Microsoft diversifiziert seine KI-Bezüge durch Einkäufe bei Anthropic.
Weitere Meldungen umfassen Samsungs Pläne, Werbung auf smarten Kühlschränken zu zeigen, und Metas Anpassung von Chatbot-Regeln zum Schutz jugendlicher Nutzer. Zudem weist ein Bericht von Digitalcourage darauf hin, dass die reine Follower-Anzahl auf Social-Media-Plattformen keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Reichweite von Beiträgen zulässt.
Inception Point AI: Wie ein Unternehmen 3000 KI-generierte Podcasts pro Woche veröffentlicht.
Die Firma Inception Point AI veröffentlicht pro Woche 3000 Podcasts, die mit AI erstellt wurden. In einem Beitrag für gizmodo erläutert A.J. Dellinger, dass das Unternehmen durch das Ausspielen von Werbung bereits ab 20 Abrufen pro Podcast Gewinn macht. GIZMODO Für diese Art von Inhalten hat sich der Begriff AI-Slop etabliert. Das Internet besteht schon seit jeher zu einem großen
Das Ende der freien App-Installation? Google verschärft die Regeln für Sideloading.
Google schränkt die Möglichkeit zur Installation von Apps, die nicht aus dem Google Play Store stammen, auf Android-Geräten zunehmend ein. Dieser Prozess, bekannt als „Sideloading“, entspricht auf Desktop-Betriebssystemen dem normalen Herunterladen und Installieren von Software.
Mit diesem Schritt nähert sich die Strategie von Google der von Apple an, jedoch aus entgegengesetzter Richtung. Während Apple gerichtlich gezwungen wurde, seine geschlossene Plattform für alternative App-Stores zu öffnen, schränkt das traditionell offene Android-System die Freiheit bei der Installation aus Drittquellen ein. Zukünftig könnten auf beiden Plattformen nur noch verifizierte Stores als App-Quellen zugelassen werden, was die direkte Installation von heruntergeladenen APK-Dateien unterbinden würde.
KI-Ethik, Faith Tech und Techmeme-Jubiläum
Ein tragischer Fall in der New York Times beleuchtet die Risiken langer Interaktionen mit LLMs. Herstelleraussagen zufolge versagten Sicherungsmechanismen bei ausgedehntem Gebrauch und die Sicherheitstrainings der Modelle können sich verschlechtern. Dieser Vorfall spiegelt einen Trend wider, bei dem Menschen zunehmend bei digitalen Produkten wie „ChatwithGod“ Rat und spirituellen Beistand suchen, anstatt soziale Interaktionen zu pflegen. Diese Abwendung von menschlichen Kontakten trägt zur Vereinsamung bei und birgt immense Datenschutzrisiken, da intimste Geheimnisse Technologieunternehmen anvertraut werden.
Die Kurznachrichten behandeln die Frage, ob wir gerade die letzte echte Entwicklergeneration sehen und würdigen die 20-jährige Popularität von Techmeme.com.
Digitale Transformation, Open Source in der Verwaltung, Tech-Regulierung und Monopol-Kontroversen
Das Internet erlebt einen Wandel von Suchmaschinen zu Chatbot-gesteuerten „Antwortmaschinen“, was Einnahmeverluste für Webseitenbetreiber bedeutet. Cloudflare bietet an, das unbezahlte „Scrapen“ von Inhalten durch Chatbots zu verhindern und sieht eine Zukunft, in der Chatbot-Anbieter für exklusive Inhalte zahlen.
Schleswig-Holstein setzt in seiner öffentlichen Verwaltung auf Open-Source-Software. Dies soll Transparenz, Souveränität und langfristige jährliche Einsparungen von fünf Millionen Euro nach anfänglichen Investitionen von zehn Millionen Euro gewährleisten, wobei Entwicklungen in die internationalen Projekte zurückfließen.
Die US-Behörde FTC fordert US-Tech-Unternehmen auf, sich nicht an den EU Digital Services Act (DSA) zu halten, der die Bürgerrechte schützen soll.
Die Stiftung Warentest untersucht den oft verdeckten Einfluss von KI-Scoring und Algorithmen auf Entscheidungen wie Kreditvergabe und fordert Transparenz sowie aktive Schritte bei ungerechten Entscheidungen.
Ein US-Gericht stellte Googles illegale Monopolbildung fest; das Urteil wird jedoch kritisiert, da es Googles Macht kaum einschränkt.
Kurzmeldungen: Apple macht Sideloading für den DMA unkomfortabel, Google schränkt Android-Nutzerkontrolle ein, es gibt eine Einführung in anpassbare User Interfaces, Mastodon kann Altersverifikationsregeln nicht umsetzen, Film „Käufe“ bei Amazon sind Lizenzierungen, und Google erhielt Millionenstrafen für Spam und Datensammlung.
Britische Altersprüfung, Supermarkt-Rabatte, Mehrwertsteuer für kostenlose Nutzerkonten, Enshittification und Sommerpause
Großbritannien führt Altersverifikationen für pornografische und Social-Media-Angebote ein, denen einige große Anbieter nachkommen. Kritiker wie Sebastian Meineck (netzpolitik.org) sehen dies als symbolische Geste, die durch VPNs umgehbar ist und als ersten Schritt zur Kriminalisierung von Anonymisierungsdiensten wie Tor.
Microsofts Copilot plant die Auswertung von Anwendungsdaten, was der Brave-Browser verweigert. Großbritannien plant eigene BigTech-Regulierungen nach EU-Vorbild. Italien fordert Mehrwertsteuer für kostenlose Nutzerkonten, wenn die Plattformanbieter die Daten der Nutzer verkaufen. Supermärkte gewähren Rabatte im Tausch gegen persönliche Daten und der c’t uplink Podcast thematisiert die „Enshittification“ von Produkten und Webdiensten.
In eigener Sache: Mit diesem Beitrag verabschieden wir uns in die Sommerpause. Ab der 2. Septemberwoche (KW37) melden wir uns zurück.