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Vier Wege zu Software, vier Formen von Abhängigkeit
Wer Software einführt, gibt Kontrolle ab. Das lässt sich nicht vermeiden, nur gestalten. Dieser Artikel beschreibt vier Wege und die spezifische Form von Abhängigkeit, die jeder davon erzeugt.
„Internet reparieren oder abschalten“: Ein Appell für algorithmische Transparenz
In einem Blogbeitrag analysiert Jeffrey Inscho das grundlegende Problem von Plattformen wie Facebook oder X. Er argumentiert, dass diese entgegen eigener Behauptungen wie journalistische Medien agieren, da sie durch ihre Algorithmen entscheiden, welche Inhalte Nutzer sehen. Dabei würden sie gezielt polarisierende und spaltende Beiträge bevorzugen, da diese mehr Interaktion und somit mehr Gewinn generieren.
Da eine Selbstregulierung der Unternehmen gescheitert sei, sieht Inscho eine strikte Regulierung als einzige Lösung. Er fordert zwei zentrale Maßnahmen: Erstens, algorithmische Transparenz, die Unternehmen zur Offenlegung ihrer Content-Filterregeln zwingt. Zweitens, algorithmische Verantwortung, bei der Plattformen für die Verbreitung schädlicher Inhalte wie Gewaltaufrufe haftbar gemacht werden. Sein radikaler Appell lautet: Das Internet reparieren oder abschalten.
Kurznachrichten: Open Source, Peak Social Media und Googles „Walled Garden“
Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek nennt drei Gründe für die Nutzung unabhängiger Open-Source-Software. Gleichzeitig wird die Debatte um die Vertrauenswürdigkeit von KI lauter; ein „Trust Quotient“ zur Bewertung von KI-Aussagen wird diskutiert. Eine BBC-Diskussion erörtert, ob „Peak Social Media“ bereits überschritten ist, da junge Menschen weniger aktiv sind.
Im Bereich Sicherheit warnt Mike Kuketz vor Trackern in VPN-Software. F-Droid fordert Regulierer auf, Googles zunehmende Abschottung von Android zu stoppen. In Berlin ist die Einführung von „Verhaltensscannern“ geplant, während Sicherheitsforscher, die Lücken melden, mit Strafen rechnen müssen. In den USA zahlt Meta derweil 725 Millionen Dollar im Rahmen einer Klage wegen Datenweitergabe.
Neuer Interessenkonflikt? Meta-Lobbyistin an die Spitze der irischen Datenschutzbehörde berufen
Die irische Datenschutzkommission (DPC), zuständig für viele US-Big-Tech-Unternehmen in der EU, steht massiv in der Kritik. Laut der NGO noyb wurden von den offiziell verhängten Strafen in Milliardenhöhe bisher nur 0,6 % tatsächlich bezahlt. Dies erwecke zwar den Anschein von Durchsetzung, ermögliche es den Konzernen aber faktisch, ohne gravierende Konsequenzen durch EU-Digitalgesetze zu operieren.
Zusätzlich verschärft die irische Regierung die Situation, indem sie eine ehemalige, wichtige Meta-Lobbyistin zur neuen Chefin der Aufsichtsbehörde ernennt. Dieser Schritt nährt die Sorge vor wachsenden Interessenkonflikten und einer weiter geschwächten Durchsetzung des europäischen Datenschutzes gegenüber globalen Technologiekonzernen.
Offener Brief: 470 Organisationen warnen vor digitaler Deregulierung in der EU
Die EU-Kommission plant unter dem Begriff „Vereinfachung“ eine Überarbeitung digitaler Regeln, um Wettbewerb und Wachstum zu fördern. Dagegen formiert sich breiter Widerstand: In einem offenen Brief kritisieren 470 zivilgesellschaftliche Organisationen das Vorhaben als gefährliche Deregulierung, die den Schutz der europäischen Bürger schwächt.
Die Verfasser befürchten, dass bestehende, aber bereits schlecht durchgesetzte Regeln weiter ausgehöhlt werden. Als erstes Ziel sehen sie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie warnen davor, dass dies nur der Anfang sein könnte und nach einem Test der öffentlichen Reaktion auch weitere Schutzinstrumente wie der Digital Services Act (DSA), der Digital Markets Act (DMA) oder der AI-Act den Lobbyinteressen von Big-Tech-Unternehmen zum Opfer fallen könnten.
Kurznachrichten: World Models, Werbung auf Samsung-Kühlschränken und Umdenken bei LLM-Herstellern.
Aktuelle Entwicklungen deuten auf „World Models“ als mögliche Nachfolger von „Large Language Models“ hin. Im App-Markt hat Google Gemini in den USA ChatGPT als meistgeladene App abgelöst und wird nun direkt in den Chrome-Browser integriert. Währenddessen plant OpenAI für 2029 Ausgaben von 115 Mrd. Dollar, und Microsoft diversifiziert seine KI-Bezüge durch Einkäufe bei Anthropic.
Weitere Meldungen umfassen Samsungs Pläne, Werbung auf smarten Kühlschränken zu zeigen, und Metas Anpassung von Chatbot-Regeln zum Schutz jugendlicher Nutzer. Zudem weist ein Bericht von Digitalcourage darauf hin, dass die reine Follower-Anzahl auf Social-Media-Plattformen keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Reichweite von Beiträgen zulässt.
Inception Point AI: Wie ein Unternehmen 3000 KI-generierte Podcasts pro Woche veröffentlicht.
Die Firma Inception Point AI veröffentlicht pro Woche 3000 Podcasts, die mit AI erstellt wurden. In einem Beitrag für gizmodo erläutert A.J. Dellinger, dass das Unternehmen durch das Ausspielen von Werbung bereits ab 20 Abrufen pro Podcast Gewinn macht. GIZMODO Für diese Art von Inhalten hat sich der Begriff AI-Slop etabliert. Das Internet besteht schon seit jeher zu einem großen